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FAQ – Bauphysikalische Mythen & Fakten

Müssen Wände nicht 'atmen' können, um Feuchtigkeit abzuführen?

Der Begriff der "atmenden Wand" ist physikalisch irreführend. Der Feuchtigkeitsabtransport durch Diffusion durch die Wand liegt bei nur ca. 1–2 %. Die restlichen 98 % müssen durch Lüftung (Fenster oder Anlage) abgeführt werden. Eine luftdichte Bauweise ist sogar notwendig, um zu verhindern, dass warme, feuchte Innenluft in die Konstruktion eindringt und dort Bauschäden verursacht. Wichtig ist die Sorptionsfähigkeit der Innenoberflächen (Putz), um Feuchtespitzen zu puffern.

Führt Dämmung nicht automatisch zu Schimmel (Thermoskannen-Effekt)?

Nein, das Gegenteil ist der Fall. Schimmel entsteht an kalten Oberflächen (unter 12,6 °C), wo Luftfeuchtigkeit kondensiert. Eine fachgerechte Außendämmung erhöht die innere Oberflächentemperatur der Wände drastisch (oft auf ca. 19 °C). Dadurch wird das Schimmelrisiko an der Wand eliminiert. Probleme entstehen nur, wenn Wärmebrücken nicht beachtet werden oder nach dem Fenstertausch nicht ausreichend gelüftet wird.

Führt der Einbau neuer, dichter Fenster zu Schimmel?

Alte Fenster sorgten durch Undichtigkeiten für eine permanente Zwangsbelüftung (Infiltration). Neue Fenster unterbinden diesen Luftwechsel, wodurch Feuchtigkeit im Raum bleibt und an kalten Außenwänden kondensieren kann. Nach DIN 1946-6 ist daher bei Austausch von mehr als 1/3 der Fenster ein Lüftungskonzept zwingend erforderlich. Oft reichen fensterintegrierte Lüfter (Fensterfalzlüfter), um den Feuchteschutz auch bei Abwesenheit sicherzustellen.

Warum ist eine detaillierte Wärmebrückenberechnung sinnvoll?

Neben der energetischen Optimierung (Vermeidung von Pauschalzuschlägen) dient die Berechnung vor allem dem Bautenschutz. Wir weisen nach, dass die Oberflächentemperatur an kritischen Stellen (z.B. Ecken, Balkonanschlüsse) nicht unter 12,6 °C fällt (Temperaturfaktor fRsi ≥ 0,70). Damit wird Schimmelwachstum an diesen Schwachstellen physikalisch sicher ausgeschlossen.

Wie lässt sich Überhitzung im Sommer vermeiden?

Effektiver Hitzeschutz folgt dem TOP-Prinzip. Technisch am wichtigsten ist außenliegender Sonnenschutz (Rollläden, Raffstoren), der die Hitze gar nicht erst ins Haus lässt. Bauphysikalisch helfen schwere Bauteile zur Speicherung und Dämmstoffe mit hoher Phasenverschiebung (z.B. Holzfaser) im Dach. Wir führen dynamische Simulationen durch, um die Überhitzungsstunden für Ihren Standort (z.B. Stadtklima Dresden) zu prognostizieren und Maßnahmen zu dimensionieren.

Wozu dient der Blower Door Test?

Er misst die Luftdichtheit der Gebäudehülle. Undichtigkeiten führen nicht nur zu Energieverlusten, sondern transportieren auch Feuchtigkeit in die Dämmung (Konvektion), was langfristig zu gravierenden Bauschäden führen kann. Ein baubegleitender Test (Verfahren B) hilft, Leckagen rechtzeitig zu finden und kostengünstig zu beheben, bevor Verkleidungen angebracht werden.

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